pressestimmen


über „Der Unterhaltungskanzler“


„Der Unterhaltungskanzler“ bot Kabarett vom Feinsten. Damit gemeint ist das Niveau seiner Performance, sein wandlungsreicher Vortrag, das nach Strich und Faden exzellente Pianospiel inklusive der souveränen Kombination von beidem.
Augsburger Zeitung, 31.10.2009

„Lars Reichow ist „Der Unterhaltungskanzler“. Das Programm hält, was der Name verspricht: beste Unterhaltung. Reichow wechselt locker vom Sänger zum Geschichtenerzähler und wieder zurück. Er ist in beiden Genres grandios – frech, lakonisch, irgendwie ernüchtert, aber stets witzig. Sein Programm rauscht flott und frisch von der Bühne, so dass man Minuten durchlachen muss. Reichow kann aber auch anders. Gefühlig. Verträumt. Sehnsüchtig. So möchte man regiert werden.
Süddeutsche Zeitung 24.10.2009

„Im Zeitalter der Baumärkte, der Blogs und der Open Stage, wo die Fähigkeiten der Nutzer oft nicht mit ihrer Selbsteinschätzung mithalten können, erquickt es das Gemüt, wenn man mal wieder einem Profi begegnet. Lars Reichow war schon gut, als er vor Jahren im Windschatten von Georg Kreisler anfing, eigene Lieder am Klavier vorzutragen. Inzwischen hat er an Souveränität und Eigenständigkeit noch hinzugewonnen. Was er zu sagen hat, ist nicht weltbewegend. Aber wie er es sagt – das hat Klasse. Er kann tatsächlich Klavier spielen wie Elton John oder Konstantin Wecker, und mit seinem ein wenig an Klaus Hoffmann erinnernden Gesang würde er auch jenseits der Kleinkunst reüssieren. Seine gesprochenen und gesungenen Texte sind auf eine verblüffende Weise schräg, und sein Auftritt ist auf eine angenehme Weise gelassen: verbale Äquilibristik statt mimisch-gestischer Gewalttouren. Sprachfetzen türmt Reichow zu Songkaskaden, und aus dem Ärger über Krümel auf dem Frühstückstisch macht er ein Kabinettstück. Wenn er politisch wird, bleibt er zwar an der Oberfläche. Aber die Vorstellung vom alten Schlecker, der aus Sicherheitsgründen nicht ausgehen kann und sich den ganzen Abend die Videos aus seinen Schlecker-Filialen anschaut, hat es in sich. Gelegentlich hat man den Eindruck, dass der Mainzer es satt hat, komisch sein zu sollen. Dann wird er lyrisch und sogar ein wenig melancholisch. Am Schluss wird er virtuos mit nicht enden wollenden Zugaben. Volles Haus in der Rosenau: ein guter Beginn für das 17. Stuttgarter Kabarettfestival.“
Stuttgarter Zeitung, 16. März 2009

"Genau ein Jahr ist es her, dass der Mainzer Kabarettist Lars Reichow das kulturverwöhnte Hockenheimer „Profi-Publikum“ zum Test seines neuen Programms, das zwei Monate später im Mainzer „Unterhaus“ Premiere feierte, einspannte. Die Begeisterung, die er damals als „Unterhaltungskanzler“ auslöste, hat inzwischen ihren vielfachen Widerhall auf zahlreichen Bühnen der Republik gefunden, und am Samstag ist Hanns Dieter Hüschs Ziehsohn erneut in die Rennstadt gekommen, um das Programm von damals in einer Update-Version erneut zu präsentieren.

Klar, dass markante Stellen bekannt vorkamen, Passagen ohne Veränderung die Monate überlebt hatten. Klar aber auch – zumindest bei einem Kabarettisten dieser Klasse – dass noch mehr aktuelle Themen und Entwicklungen ihren Niederschlag fanden. Und das gilt nicht nur für die Wirtschaftskrise.

Wenngleich er naturgegeben mit diesem Thema den Einstieg machte: „Es war im Herbst, die ersten Gutachten fielen von den Bäumen, der Himmel war grau und es regnete feine Nadelstreifen“, so brillierte er mit seinem ersten Lied des Abends von einer Zeit, in der die Menschen Geld klimpern hörten, wo keins mehr war, das Geräusch zurücktretender Bankvorstände zum beliebtesten Handy-Klingelton avancierte und an der Türe ein Schild hing: „Finanzkrise – bitte einzeln untergehen“. Ein perfekter, dramatischer Auftakt für sein Wahlprogramm zwischen Benedikt und Bettvorleger, zwischen Merkel und Makel, zwischen Krümelmonster und Frauenpower.

Schöngeistige Sprachbrillanz Ein Rückblick, der nach vorne schaut, Erinnerungen, die Utopien gebären sollten, das hatte der „Unterhaltungskanzler“ im Gepäck – auch in der Krise noch ein Lachen, auch im Untergang noch ein „Glücklich in Deutschland“ auf den Lippen. Nicht leicht, wenn man richtigerweise feststellen muss, dass „die Krise sich um die heruntergezogenen Mundwinkel von Merkel und Steinmeier“ erst gebildet hat.

So schwadroniert der zigfach ausgezeichnete „Klaviator“ über die Nichtraucherbewegung, der alleine Altkanzler Schmidt sich mit seiner „Smokers-Card“ entgegenstemmt und unverdrossen auch an Tankstellen und in Dynamitlagern weiterraucht. Er beglückwünscht die Amis zum „besten Präsidenten seit Jahrzehnten – sie hatten ja vorher auch den schlechtesten seit Jahrhunderten“.

Dazwischen streut er eine Hymne an die „unvergleichlichen, unverwechselbaren Hockenheimer Frauen“, lobt im Hinblick auf die Bildungskrise das didaktisch sehr interessante Konzept der Nacktmoderatoren bei „9 live“ und verliert sich (vielleicht sogar einen Tick zu langatmig) in der hauseigenen Krümelproblematik als Gegengewicht zu den globalen Problemen der Welt. Genial sind Reichows tiefsinnigen Pointen, die intelligent und stets messerscharf nach teilweise sehr langer Vorbereitung mit einer chirurgischen Präzision zu treffen verstehen, dass es schon fast nicht mehr weh tut. Da stellt man sich anhand von Carla Bruni und Sarkozy, „diesem Louis de Funès, der sich wie ein deutscher Wimbledon-Gewinner benimmt“, Angela Merkel mit Tom Cruise am Strand von Rügen vor: „Sie trägt eine dunkelgraue Badejacke mit drei Knöpfen“. Über die Krise des Adels („Schwierige, teilweise schwachsinnige Verwandtschaft – einfach zu viele Fitnesstrainer eingeheiratet“) schwenkt der Mainzer Könner zum neuen Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg – unausgesprochen, ohne Häme, aber äußerst treffsicher: „Frische Adlige in der Politik – das ist eine gute Geschichte. So mal für ein paar Tage zum Ausprobieren“. Die unerwarteten Wendungen, die grandiosen Beispiele schöngeistiger Sprachbrillanz – eine große Stärke. Da wird Zumwinkel „abgestempelt von der eigenen Post“, man ist gespannt auf die „vaduzten“ Gesichter, wenn wir unser Geld aus Liechtenstein abziehen. Perfekt verteilt seine Lieder: Da der reißerische Gassenhauer zur grassierenden Verfettung des Volkes („Dicke Deutsche“), dort die liebevoll- melancholische Frage an den Schöpfer: „Komm ich damit in den Himmel“. Dazwischen der Abgesang auf unsere Glamour-Geilheit („Warum weiß ich so viel von denen, von denen ich nichts wissen will“), die orgiastische Collage zwischen Öl, Gazprom und Reich-Ranicki und schließlich der krönende Vorschlag für das neue Lied der Deutschen: „Wir sind die Jammertaler oben auf dem Berg“.

Warum nicht nach dem Medienkanzler und der republikeigenen Trümmerfrau mal den Unterhaltungskanzler? Einmal mehr hat Lars Reichow sein Multitalent und damit seine unangefochtene Befähigung für die Berliner Regierungswaschmaschine bewiesen: virtuoser Pianist, vielseitiger Sänger, feinsinniger Kabarettist."
Schwetzinger Zeitung, 04. März 2009

„Breit ist die Palette seines neuen Programms. Geschickt vermischt er Politisches mit Privatem.“
„Insgesamt ein gelungener Wahlkampfauftakt mit der Chance auf Wiederwahl.“
Hamburger Abendblatt

„Wer (außer seinem Mentor Hanns Dieter Hüsch) hätte das gedacht: Dass aus diesem gutfrisierten Schwiegermuttertraum, der in Papas Band Posaune blies, einmal ein cooler Kabarett-Profi werden würde; dass dieser Mainzer Herzbube, der Anfang der 90er Jahre mit roten Ohren und etwas verloren am Klavier saß und sich zum „Klaviator“ machte, dereinst Hallen mit 1800 Plätzen füllen würde.“ Dass dieser singende-swingende Prototyp des Jung-Unionisten mit knapp 44 genauso locker politische Pointen aus dem Ärmel schütteln würde wie Triolen. Und dass heute bei seinen Auftritten im Kom(m)ödchen zwei junge Frauen mit Kopftuch fröhlich lachend neben dem zünftigen rheinischen Herrenclub hocken („ Sechs Alt, ein Pils!“). Der „Unterhaltungskanzler“ Lars Reichow vereint sie alle, und vermutlich ist sein medialer Höhenflug gar nicht mehr zu bremsen: Der Sohn eines Jazzmusikers wäre nämlich der ideale Nachfolger für Heinz Schenk und ginge ebenso als (netterer) Bruder von Georg Schramms Rentnerikone Dombrowski durch: Blauer Bock und sanfter Schock: - soviel Massenkompatibilität ist ziemlich einmalig in Deutschland, dem Schubladenland.

Reichows aktuelles Programm heißt „Der Unterhaltungskanzler“, und ist ein sehr gutes, vor allem im politischeren ersten Teil, wenn er einen Schnellkurs in kreativem Kopfschütteln gibt. Über die durchgeknallten Sarkozy-Franzosen („Egalité, Pret a porter, Sexualité) und den neuen VW Viagra, über Bifteki, das komplett im Körper bleibt und die langweiligen Fernsehabende bei Familie Lidl (immer nur öde Überwachungsvideos-puuh!), was alles stattliche und staatlich geprüfte Absurditäten sind, aber auch nicht absurder als Kochs Burka-Verbot an hessischen Schulen, wo trotz des strengstmöglichen Verbots bis heute kein Mensch Burka tragen will.

Höhepunkte? Beim „Wir sind zu dick. Wir sind zu doof, wir rauchen nur noch auf dem Hof!“ möchte man am liebsten laut mitsingen, und vor seiner herrlich versponnenen, köstlichen kleinen Anti-Krümel-Philosophie den Hut ziehen. Ja, dieser Kerl kann es sogar schamlos sentimental, aber ich persönlich hätte mich lieber für meine Begeisterung über Reichows Chauvi-Hymne zur Frauen Fußball-WM vor meiner Frau geschämt: „90-60-90-2011“- Hat er aber an diesem großartigen Abend nicht gesungen. Schade.“
Neue Ruhr Zeitung

„Wenn sich viele Deutsche Heidi Klum als Familienministerin vorstellen können, dann ist für den Kabarettisten Lars Reichow das Amt des Bundeskanzlers drin. Mindestens. Doch Reichow wird abwinken; es sei denn, er würde als „Unterhaltungskanzler“ inthronisiert. Dass ihm eine Phönixhalle voll Stimmen schon mal sicher wäre, beweist die erfolgreiche Premiere seines neuen und gleichnamigen Programms in Mainz. Bis jetzt waren es immer eher politische Randbemerkungen im ansonsten kleinkünstlerisch ausgerichteten Bühnentreiben des erfolgreichen Kabarettisten. Doch der selbsternannte „Barack Obama von Mombach“ will jetzt mehr.

Und das kann er auch: Zwar ist im neuen Programm auch genügend Raum für verkrümelte Wohnungen, lesende Frauen und Familienleben. Doch schon die alles planenden Schwiegereltern entreißen dem Unterhaltungskanzler seine Richtlinienkompetenz und das Parkett der internationalen Politik lädt den charmanten Mainzer zum Tänzchen ein. Den Aufbau seines Programms hat Reichow klug gestaltet, eins ergibt sich aus dem anderen. Die Krümel auf dem Küchentisch werden zum Croissant, das zu Nicolas Sarkozy und Carla Bruni überleitet: „Egalité, Prêt-à-porter, Sexualité“.

Eine erotisch knisternde Szene auf dem Mittelmeer lässt Reichow fragen, ob man sich das auch mit der deutschen Bundeskanzlerin vorstellen könnte: „Undenkbar!“ Und sofort folgt die tief ausgeschnittene Version der Geschichte mit Angela Merkel - allerdings mit knackiger Ironie und ohne zu verletzen. Doch setzt Reichow seine Akzente einmal mehr auch auf nachdenkliche Betrachtung der aktuellen Lage. Wenn er sein Lied vom enttäuschten Wähler singt, hört man aus dem Beifall auch viel Zustimmung. “Vaduzt“ wird sich des Flüchtlingsproblems der armen Reichen angenommen, und Reichow macht daraus eine an die ARD-Sportkonferenz angelehnte Radioreportage: „Tor zu in Bochum“ und Abpfiff in der Villa Thyssen.

Seine Themen geht Reichow mit einer Mischung aus Wort und Lied, Zorn und Witz an – wieder mit gelungenen Übergängen. Rauchverbot, Gesundheitspolitik, gewichtige Germanen und dumme Deutsche, Privatfernsehen – und natürlich Hessen: „Koch wollte schon immer den Flughafen schließen“, beschreibt der Mainzer dessen plötzliches Ergrünen: “Er hat das immer nur anders ausgedrückt.“ Den Spagat zwischen ernster Kritik und bester Satire schafft Reichow auch mit seiner Wahltagsrede eines die Null-Prozent-Hürde nicht überschreitenden Politikers im breitesten Meenzerisch, dessen „Erfolg“ in der Partei ohne Liste und Namen doch so etwas wie Aufbruchstimmung erzeugt. Insofern möchte man fast behaupten, dass Reichow in der Geschichte des politischen Kabaretts so etwas wie ein neues Kapitel aufgeschlagen hat. Das finale Lied „Ich träume von einem Land“ lässt nicht nur das Programm noch einmal Revue passieren, sondern birgt auch einige echte Wünsche an das Volk und seine Vertreter. Doch Vorsicht: Wenn diese in Erfüllung gingen, fehlten den Kabarettisten so manche Themen. Also hofft man doch nur auf ein wenig Linderung, damit man sich auch weiterhin von Bühnenkünstlern wie Lars Reichow unterhaltsam die Wunden lecken lassen kann.”
Mainzer Allgemeine Zeitung

„20:00 Uhr in der Mombacher Phönixhalle: 1400 Menschen erwarten den „Unterhaltungskanzler“. Star-Kabarettist Lars Reichow bekannt als „Klaviator“, schenkt ihnen einen Abend der 1000 Pointen und der rockigen Songs.
Bild Zeitung




über „Glücklich in Deutschland“

Reichow steuert nicht minutenlang auf die große Pointe zu, sondern findet viele kleine auf dem Schlenderspaziergang durch seine abgedrehten Geschichten. Und weil er genau weiß, wann der Witz raus muss, herrscht im hannoverschen Theater am Küchengarten (TaK) ein permanenter Lachpegel mit diversen Ausschlägen nach oben (...) das Kunststück, alle Probleme Deutschlands in einer Liedcollage zu verschlagworten und sie am Ende auch noch zu lösen, das bekommt man in der deutschen Kabarettlandschaft nur bei Lars Reichow!
Hannoversche Allgemeine Zeitung

Der Musikkabarettist fühlt in seinem so animierendem wie intelligenten Programm im Atelier-Theater dem typischen Deutschen auf den Zahn, seinen Befindlichkeiten und Vorlieben, seinen Eigenarten und Marotten. Indem er sich selbst am Klavier begleitet, mit starker und gleichzeitig warmer Stimme die diversen Facetten des Glücks beschwört, nimmt er gleichzeitig den Zuschauer an der Hand und führt ihn durch das Jammertal, in dem wir uns ganz oben befinden. Stundenlang könnte man zuhören, wie Reichow die Welt erklärt.
Kölner Stadtanzeiger

Glücklich in Deutschland, wer sich mit der selbstkritischen Originalität eines Reichow auf die Schippe nehmen kann.
Süddeutsche Zeitung

Der Mainzer präsentierte sich als einer der intelligentesten Kabarettisten, die sich bisher in der Kammgarn vorgestellt haben. Ein leuchtender Stern am Kleinkunsthimmel, um Lichtjahre entfernt von den Plattheiten der so genannten Comedy-Künstler. Hier verbinden sich Musik und Satire zu einem einzigartigen Kunst- und Lacherlebnis.
Die Rheinpfalz

Bissig, aber nie ohne ein freundliches Augenzwinkern verpackt der Träger des Deutschen Kleinkunstpreises in diesem Programm seine Gesellschaftskritik in temperamentvolle Szenen und Lieder. Er führt Zwiegespräche mit der Arbeit und dem Glück, macht gallige Witze über Wirtschaft und Politik und streut zwischendurch seine pointierten Alltagsbetrachtungen ein. Eines der Lieder wirft mit berührender Sprache einen melancholischen Blick auf das vorbeiziehende Leben, andere Songs sind leicht und schmissig. Am Klavier kann Reichow auch in virtuose Raserei verfallen. Seine Hände fliegen dann über die Tasten und lassen das Instrument düster grollen oder schrille Töne machen. Er singt und plaudert währenddessen ans Publikum gewandt: Die Zuschauer waren begeistert von diesem Abend.
Darmstädter Echo

Der gebürtige Mainzer Lars Reichow griff seinen Landsleuten auf einem vornehmen Platz der Landeshauptstadt ans Herz: Er erreichte die bessere Gesellschaft im Staatstheater so unmittelbar wie bei einem Schock und erzeugte dabei eine Ausgelassenheit unter Bürgern wie auf manchen Bildern von George Grosz. Im offensiven Behagen steckt als infernalischer Kern etwas, das der mit dem Deutschen Kleinkunstpreis geehrte ‚Klaviator’ punktgenau trifft: ‚Wir sind die Sieger im direkten Vergleich/ Wir haben als Erste in Europa den Müll getrennt’. […]
Hanns-Dieter Hüschs Zögling verstärkte seine Präsenz mit medialer Selbstvergrößerung. Wenn er am Flügel aus sich heraus ging, füllten seine Hände eine haushohe Leinwand. Die Tasten erschienen kolossal in der Vertikalen. Allein diese Ansicht berauschte. Man hat sich Reichow als seligen Menschen vorzustellen: angehoben von seiner Begabung und zugleich fest stehend in seiner auf Gott vertrauenden Bodenständigkeit.
Frankfurter Rundschau




über Lars Reichow


Zehn Jahre erfolgreiche Kleinkunst mit Klavier solo, Stimme und eigenen Texten kann der Mainzer "Klaviator" feiern. Doch Reichow lebt nach dem Konstantin Weckerschen Motto "Genug ist nicht genug". Es geht um die Kompositionen, die er mit Band "Herz-Rhythmus-Gruppe" präsentiert, und da liegt Reichow richtig. In der größeren Besetzung kann er zeigen, dass er nicht nur ein begabter Pianist ist: Seine Stücke, ob sie vollständig selbst geschrieben sind oder mit frechen Texten alte Schnulzen neu präsentieren, sind stimmig arrangiert, knüpfen an die deutsche Liedermacher-Tradition an, nehmen Jazz und lateinamerikanische Rhythmen auf und klingen manchmal tatsächlich wie Udo Jürgens in seinen besten Zeiten.
Frankfurter Allgemeine Zeitung

Als Entertainer ist "Der Spieler" Spitze. Mit analytischem Spaß durchleuchtet er den kontinuierlichen Niedergang des Mannes. Das ganze Herrschafts-Gehabe mit der üblichen elektronischen Grundausstattung des heutigen Karriere-Kerls stellt er als satirisches Raubtier eloquent in Frage.
Insofern ist das fulminante Solo, das leider nur drei Tage in München gastiert, eine satirische Hymne auf den (vom weiblichen Publikum) bejubelten Abstieg des Machos.
Abendzeitung (az) München

Kabarett vom Feinsten: Mit treffender Ironie bedauert Reichow in der Lach- und Schießgesellschaft den Verlust männlicher Steinzeit-Qualitäten.
Faszinierend Reichows virtuos gespielte Klavierbeiträge, seine Grimassen und seine stimmliche Flexibilität zwischen Grönemeyer und Schätzchen im trauten Heim.
Tageszeitung (tz) München

Wortgewaltige Balladen und trockene Kommentare zu den Absurditäten des Alltags. Bahnwitziges aus dem ICE, Schauergeschichten über Schönheitschirurgie und kenntnisreiche Vorträge darüber, dass Männer und Frauen so gar nicht zusammenpassen - zugegeben, die Themen sind nicht neu, dann aber gibt es donnernden Beifall für den Mann aus Mainz, der so eindrucksvoll Banales in Bombastisches verwandelt.
Hannoversche Allgemeine Zeitung

Die Abwechslung im Programm ist erfrischend, von klassischen kabarettistischen Wortspitzen über groovige Liebessongs mit kompletter Bandbesetzung bis hin zur ausgelebten Leidenschaft des Künstlers beim für ihn so typischen Klaviersolo bleiben die Zuschauer von der ersten bis zu letzten Minute gefesselt. Am besten ist der Unterhaltungskünstler, wenn er sich seiner Wurzeln erinnert und bissig-leidenschaftlich als Klaviervirtuose wieder einmal alles aus sich herausholt.
Rheinpfalz

Frenetischer Applaus für Lars Reichow – Musikalisch trickst und täuscht er in höchster Spielklasse: Mit ein paar schmelzend romantischen Akkorden leitet er das Börsenthema ein, dann bricht der Furor des entfesselten "Klaviators" durch und aus. Die Börsenkurse tanzen irre Achterbahnfahrten auf der Tastatur, die Melodie, der Sprechgesang, das gesprochene Wort schlingern wild drum herum. Das sind keine Kabarettnummern, das sind Hörbilder.
Das Publikum kommt derweil vor Begeisterung in Atemnot, und ist dann auch zufrieden.
Eine Kunstform ausgereizt. Mehr geht wohl kaum.
Badische Neueste Nachrichten